Radarfilm – 7 not danceable dancetracks review

Hier wurde kürzlich ein umfassendes Review des letzten Radarfilm Albums online gestellt:

The moonpainter aka Christian H. schreibt:

Radarfilm – 7 Not Dancable Dancetracks
Label: Fantomton Netlabel
Cat#: FT002
Format: VBR MP3, oder FLAC
Releasedatum: 10(?)/2009
Genre: House (Tech, Minimal, Progressive), Techno, Ambient, Experimental

Tracklist:
1. Liveset05_4
2. On My Way
3. Koflomon (feat. Eberhardt)
4. alaBaster
5. Just For You
6. Waiting
7. Housigedark
8. On My Way / M-Node Radio Remix
9. Housigedark / Fiend Remix

Sowohl Label als auch Künstler waren mir bis zu diesem Release völlig unbekannt. Laut Discogs hat Radarfilm bereits im Jahr 2007 ein Ambient / Downtempo Album veröffentlicht und zwar als kommerzielles Release und nicht als freies wie das jetztige 7 Dancable Dancetracks. Weitere Netaudio Releases möchte ich allerdings nicht ausschließen, da ist Discogs nicht immer ganz vollständig. Das label Fantomton Music ist auch noch nicht sehr alt, es hat bisher das vorliegende mitgezählt zwei Releases, zudem ein weiteres zusammen mit dem Symbiont Music Netlabel.

Kommen wir zum musikalischen.

Der erste Track beginnt ziemlich sperrig mit einer kurzen Fläche und allerlei verspielten und ungewöhnlichen Drumsounds, die an sich aber ein Stimmiges Bild ergeben. Eine Bassline wird nur sporadisch angedeutet. Nach etwa einer Minute erhebt sich eine neue Fläche wie aus dem nichts und wird zum omnipräsenten Element dieses Stückes. Kurz darauf gesellt sich auch eine Bassline dazu und die ursprünglichen Drumsounds werden etwas in den Hintergrund gedrängt, aber sind immer noch deutlich vernehmbar und werden im weiteren Verlauf des Liedes auch noch das ein oder andere mal hervorgehoben, zusammen mit weiteren eher sperrig wirkenden Elementen, wofür die Fläche auch hin und wieder mal unterbrochen wird. An sich wird durch den Fokus auf die Fläche sehr schnell eine Atmosphäre erzeugt, wobei kurz vor dem Ende auch noich weitere Synthiesounds dazukommen, die für einen Moment so was wie Groove andeuten.

Im folgenden Track On My Way geht es von der Soundästhetik her ähnlich weiter, wobei allerdings die Drumsounds zwei Gänge zurückschalten und nicht mehr so ungewöhnlich klingen. Auch dieser Track ist sehr flächig, zudem sind männliche Vocals vorhanden. Der Text ist zwar ein Zweizeiler, aber so sehr kommt es da wohl nicht auf dem Inhalt an, prinzipiell sind die Vocals recht catchy, allerdings erreichen sie ihre wirkung als rein musikalisches Element erst nach mehrmaligen hören. Insgesamt ist der Track auch wesentlich grooviger als der Opener, wenn die kurze Spielzeit von unter 4 Minuten nicht wäre, würde On My Way sicher auch als Clubtrack taugen.

In Koflomon geht es dann eher experimentell weiter. Direkt zu Beginn kommt eine Reihe ungewöhnlicher Sounds zusammen, wobei manche Elemente auch stark nach bearbeiteten Sprachsamples klingen (jetzt mal abgesehen von den Sprachfetzen, die da auch noch da sind). Das einizge Element das konventionell klingt ist hier die Bassdrum. Nach etwa einer Minute setzt das erstemal eine leicht psychedelische Melodie ein, der aber etwas an Tiefgang fehlt.

alaBaster wirkt von Beginn an sehr düster und knackig, technoid. Spätestens wenn nach etwa einer Minuten ein Haufen merkwürdiger Sound einsetzt, ist der Eindruck immer noch vorhanden, aber längst nicht mehr so stark. Mit dem Einsetzen der Melodie wird allerdings der Eindruck der Düsterheit erneut Nachdruck verliehen, wobei die Sprachschnipsel in der zweiten Hälfte des Liedes etwas deplaziert wirken.

Just For You beginnt langsam groovend mit ein Paar Vocalfetzen, bis wie aus dem nichts ein Störgeräusch einsetzt. Danach geht es ähnlicher Manier weiter, wobei das sich immer wiederholende „We might have some technical problems; just for you“ Sample auf Dauer etwas billig wirkt. Zudem wird dieses Sample immer wieder mit einem Effekt versehen, der es ähnlich klingen lässt wie das Störgeräusch. Wäre der experimentelle Ansatz nicht sicherlich ein nett groovender Housetrack.

Das folgende Waiting beginnt hart und knackig. Nach den vorhergehenden Tracks wird man auch hier wieder allerlei ungewöhnliche Elemente erwarten, aber dies ist nicht der Fall. Recht bald setzt eine eingängige und etwas düster angehauchte Hookline ein, zu der später auch eine lange Fläche kommt, die sich in das klangliche Gesamtbild gut einfügt und später auch in einem Break mündet, welcher eine ebenfalls sehr eingängige und leicht düster angehauchte Melodie mit sich bringt. Ein Lupenreiner Techhouse Track.

Der letzte Track des eigentlichen Albums „Housigedark“ reiht sich in etwa da ein, wo Waiting aufgehört hat, wobei es hier noch flächiger wird und die Bassline auch eine Nummer sanfter ist.

Es folgen Remixe von On My Way und Housigedark. Ersterer ist ein Radio Mix und somit um dreieinhalb Minuten lang. Der Vocal wird hier wieder aufgegriffen, jedoch ziemlich zerhackt. Bis knapp zur Hälfte ist der Track atonal, dann folgt ein melodiöser Break, dessen Sounds auch den Rest des Liedes dominieren. An sich gibt es an dem Konzept nichts auszusetzen, jedoch fehlt dem Track bedingt durch die Länge etwas die Luft zum atmen. Der Fiend Remix von Housigedark bietet eine nette Überraschung: Weibliche Vocals. Das ist zwar neben dem reduziertem Tempo die einzige Änderung zum Original, aber eine gelungene Abrundung des Tracks.

Fazit:
Dieses Album verfolgt interessante wie gute Ansätze, allerdings denke ich, dass es manchmal etwas zu viele auf einmal sind. Natürlich kann man experimentelle Elemente in einen groovigen Housetrack einbringen, jedoch muss man aufpassen, dass das nicht das einzige wird, was den Track ausmacht. Das wird hier mal besser (Koflomon, alaBaster), mal schlechter (Just For You) umgesetzt. Die eher nicht so experimentellen Sachen ergeben ein stimmiges und insgesamt sehr flächiges Gesamtbild, wobei hier immer eine gewisse Soundästhetik beinehalten wird, sodass auch der erste und der letzte Track zusammengehörig wirken. Insgesamt bleibt ein eher positiver Eindruck; 6,5/10

Releaseseite mit der Möglichkeit zum Probehören und Download (ich erwähne nochmal, dass dies ein freies Release ist, man sich das also absolut legal runteralden kann):
http://www.fantomton.de/alben/FT002/ft002.htm

Vielen Dankfür die ausführliche Kritik, das erste Radarfilm Album ist übrigens auch unter Creative Commons erschienen und kostenlos auf der Kreislauf Seite downloadbar.

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